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Interview mit Vegetarisch genießen
Pflanzenfarben
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Interview mit Jenny Schmitt (aus "Vegetarisch Genießen" Ausgabe 1/05)
Immer mehr Menschen ernähren sich gesund und achten darauf, dass ihr Obst und Gemüse
nicht chemisch gespritzt wurde. Wenn es aber um ihre Haare geht, dann greifen viele
gewohnheitsmäßig zu chemischen Mitteln. Meist sind sie sich nicht bewusst, was sie
dadurch ihrem Körper antun. Wir sprachen mit Frau Jenny Schmitt, Geschäftsführerin des
Frisörsalons “Natürlich Schönes Haar”, über natürliche Alternativen.
Veg:
Frau Schmitt, in Ihrem Frisörsalon färben Sie Haare mit Naturfarben.
Warum färben Sie nicht mit chemischen Farben?
Frau Schmitt:
Die Vorteile liegen ganz klar auf der Hand. Aber um diese besser zu verstehen,
vielleicht erst mal die Nachteile der chemischen Haarfarbe: Unsere Haut ist sehr
aufnahmefähig und die Kopfhaut dazu extrem empfindlich; sie ist um das 80fache
aufnahmefähiger als z.B. die Innenfläche der Hände und sie ist auch die
Hauptausleitungszone unseres Körpers. Wenn nun chemische Verbindungen auf die Haare
aufgetragen werden, dann gehen diese nachgewiesenermaßen krebserregenden Substanzen
direkt über die Kopfhaut in unseren Körper, und es dauert ca. vier Wochen, sie wieder
abgebaut sind, d.h. nicht mehr im Blut nachgewiesen werden können. Doch Reste davon bleiben
im Körper. Das bedeutet: Mit jeder chemischen Behandlung vergifte ich mich ein bisschen mehr.
Nun stellt sich die Frage, ob man das will, wenn es doch Alternativen gibt.
Die Pflanzenfarben sind eine sehr gute Alternative. Im Gegensatz zur chemischen Behandlung
ist die Pflanzenfarbenbehandlung sogar eine Pflege für die Kopfhaut und für die Haare.
Deshalb arbeiten wir mit Pflanzenfarben.

Veg:
Immer mehr Mensch leiden an Allergien, Denken Sie, dass auch chemische
Haarbehandlungen dazu beitragen?
Frau Schmitt:
Ja, es ist wie mit einem Wasserfass:
Mit jeder Chemie, die wir aufnehmen – über die Luft, über die Ernährung oder eben auch
über die Kopfhaut – wird das Fass voller. Irgendwann ist es dann voll, und der Körper versucht,
über Allergien das Gift wieder los zu werden. Durch häufiges Färben mit chemischen Farben kann
die Kopfhaut austrocknen. Oftmals gibt es nach einigen Jahren sehr dünne Haare, Haarausfall,
schuppige oder gereizte Kopfhaut, und man weiß sich nicht mehr zu helfen. In den pflanzlichen
Farben sind natürliche Gerbstoffe enthalten, die die Kopfhaut pflegen. Sie werden bei
gereizter Haut auch in der Medizin eingesetzt. Die Gerbstoffe sind auch wie Balsam für das Haar,
weil sich durch sie die Schuppenschicht des Haares wieder schließt. Chemische Haarfarben die
Schuppenschicht hingegen oft aufgerissen. Wie gesagt, die Pflanzenfarben schließt das wieder,
dadurch wird das Haar stabiler und dadurch besser frisierbar. Auch bekommt das Haar wieder einen
schönen Glanz, Es ist klar, dass eine glatte Oberfläche das Licht besser wiedergibt als eine
rauhe Oberfläche.
Veg:
Wie muss man sich diese Pflanzenfärberei vorstellen, werden da Blätter auf die
Haare gebracht oder ist es ein Pulver?
Frau Schmitt:
Viele kennen sicher noch die Pflanzenfarben aus den 70iger Jahren. Da war das Hennarot modern.
Inzwischen gibt es viel mehr Möglichkeiten mit Pflanzenfarben, eine breite Farbpalette aus der wir
individuell für jeden Kunden eine eigene Mischung anrühren. Die Pflanzen werden getrocknet z.B.:
Kräuter, Wurzeln, Blätter und anschließend ganz fein gemahlen. Später im Salon werden sie mit heißem
Wasser angerührt und auf das Haar aufgetragen. Es wirkt natürlich länger ein als eine chemische Haarfarbe.
Färbt sehr gut, hält lange und steht der chemischen Farbe in nichts nach - im Gegenteil.
Veg:
Gibt es also keine Nachteile wie z.B. mehr Zeitaufwand?
Frau Schmitt:
Also das ist der einzigste Nachteil der Pflanzenfarbe. Man braucht mehr Zeit als mit der chemischen Farbe.
Viele Menschen haben Mühe, sich vorzustellen, dass die Giftstoffe in den Haarfarben wirklich in ihren
Körper gelangen. Für alle die es mal ausprobieren mögen, allerdings nicht wenn sie noch am Abend ausgehen
möchten: nehmen Sie ein bisschen frischen Knoblauch, verreiben ihn auf einer Steller der Kopfhaut
und Sie werden nach ein paar Minuten, maximal 10 min. den Geschmack auf der Zunge merken. So können
Sie sich auch vorstellen wie die Giftstoffe der Haarfarbe in Ihren Körper gelangen - und zwar ziemlich schnell.
Veg:
Gibt es eine Möglichkeit des Versandes für Kunden oder Interessenten aus
weiten Teilen Deutschlands?
Frau Schmitt:
Also wir haben sehr viele Liebhaber der Naturhaarfarbe, die auch viele Kilometer
anreisen und regelmäßig zu uns kommen. Zwischendurch verwenden Sie einfach unsere Pflanzenfarbmischung zu
Hause. Wir können das Ihnen auch zusenden, wenn sie z.B. in Berlin wohnen.
Empfehlenswert ist es, wenn es einmal bei uns ausprobiert wird, um zu wissen wie es angewendet wird.
Veg:
Wenn die gesundheitlichen Aspekte dermaßen gravierend sind, fragt man sich,
warum nicht mehr Frisörsalons auf natürliche Pflanzenfarbe umsteigen?
Frau Schmitt:
Es ist oft so: ein Salon wird eingerichtet mit Hilfe einer gewissen Firma und das Darlehen wird darüber
abgezahlt indem die Produkte bei dieser Firma bezogen werden, solange bis das Geschäft abbezahlt ist.
Danach bekommt man auch sehr lukrative Prozente bei den Großfirmen oder auch mal eine Reise, oder eine
Fortbildung mit Fachkollegen. Das können sich natürlich die Hersteller der Naturprodukte die meist
kleinere Firmen sind, in diese Art und Weise nicht leisten. So werden die Saloninhaber an die großen
Firmen gebunden.
Veg:
Vielen Dank für das Gespräch.
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